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09.06.2016
Funktionsträgerkonferenz
Islam und Islamismus

Über „Islam und Islamismus in Deutschland“ referierte Thomas Volk von der Konrad-Adenauer-Stiftung auf der Funktionsträgerkonferenz der Senioren-Union, die auch dieses Mal in Duisburg stattfand. Die einhellige Meinung der Teilnehmer: So detailliert und umfassend sind uns die unterschiedlichen Strömungen des

Islams und deren Wirkung auf unser Leben selten bis nie geschildert worden.

Der Referent ging von der Frage aus: Wie wird der Islamismus unsere Gesellschaft verändern? 72 Prozent aller Befragten einer Infratest-Studie gingen davon aus, dass in Deutschland ein Anschlag stattfinden werde, 60 Prozent der Befragten sagten, dass die Äußerung des damaligen Bundespräsidenten Wulff nicht zuträfe, der Islam gehöre zu Deutschland.

Pegida und AFD operierten mit Unbehagen, Sorgen und Ängsten der Bevölkerung. Die Mehrzahl aller Muslime lebe in Südostasien, nicht in der arabischen Welt, wie häufig angenommen werde. Insgesamt seien 57 Staaten muslimisch geprägt. Laut amerikanischen Berechnungen werde der Islam im Jahre 2050 die stärkste Religion der Welt darstellen.

Der Referent machte deutlich, dass der Islam vielfältig sei (Sunniten, Schiiten, Alewiten). Außerdem existierten unterschiedliche Rechtsschulen, wie an den Beispielen in Saudi-Arabien und im Iran deutlich wird. Die Vielfalt, die sich auch in der Sprache äußere mache es schwierig, von monolithischem Islam zu sprechen.

In Deutschland seien drei muslimische Verbände aktiv, von denen einer nicht an einer Zusammenarbeit mit Deutschland interessiert sei. Der von den Medien häufig befragte und in Szene gesetzte Verbands-Chef Mazyek vertrete nur ein Prozent aller in Deutschland lebenden Muslime.

Drei Tendenzen würden in Deutschland spürbar: Durch die unkontrollierte Einwanderung wächst der Islam in Deutschland schneller als erwartet. Der Islam wird stärker arabisch und weniger türkisch geprägt sein. Die Frage hierzu lautet, wie sich das auf das Zusammenleben auswirke, denn das Verhältnis zwischen Araber und Türken sei häufig gespalten. Und schließlich das seit Jahren wachsenden Unbehagen der Bevölkerung.

Der Referent bezeichnet den Islamismus als politische Ideologie, die sich auf dem Islam aufbaut. „Der Islamismus versucht bis ins persönliche Leben die Gesellschaft zu verändern“, warnte Thomas Volk. „Islamistische Bewegungen haben alle das Ziel, gegen die Souveränität des Volkes und der Staaten auf der Grundlage des Islam zu agieren.“ Es sollte auch gefragt werden, ob der häufig verwendete Begriff des „arabischen Frühlings“ richtig sei.

In Deutschland sei die Anzahl der gewaltbereiten Salafisten alarmierend. Die Brutalität und Radikalität lasse den IS als Erfüller des Islam erscheinen. Die Frühzeit des Islam werde glorifiziert. Gleichberechtigung und Volkssouveränität würden abgelehnt. Nur die Scharia werde durchgeführt. Alle Menschen müssten zum Islam zurückgeholt werden. Der Referent sagte, dass die öffentlichen Koran-Verteil-Aktionen in Deutschland in direktem Zusammenhang mit dieser salafistischen Bewegung stünden. Es dürfe nur nach den Richtlinien des Islams gelebt werden, die demokratische Grundordnung werde verachtet. Es würden drei Ziele verfolgt: Ablehnung des Pluralismus, Ablehnung anderer Lebensweisen und Anspruch als absolute Wahrheit.


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